Frugalisten
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2.000
Jobein-
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Tag für Tag gehst du arbeiten

Aber hat dein Leben nicht mehr zu bieten als jeden Tag der gleiche Job, bis du alt bist? Was würdest du anders machen wenn du für deinen Lebensunterhalt nicht mehr arbeiten gehen müsstest? Als Frugalist kannst du genau das errei-chen, und das nicht erst mit 67, sondern innerhalb von wenigen Jahren. Endlich kein Stress im Job mehr, sondern
ein spannendes, selbstbestimmtes Leben, Zeit für deine Familie, deine Hobbies und um Neues zu entdecken.
Was du dafür tun musst? Umdenken, den Blickwinkel wechseln und deine alten Gewohnheiten über den Haufen werfen. So kannst du mit einem normalen Einkommen genug Geld sparen, um nach wenigen Jahren jobfrei zu sein.

Dein Jobeinkommen

Durchschnittlich 2000 € netto verdienen wir Deutschen monatlich pro Person. Wieviel verdienst du? Mit dem Regler oben kannst du dein Netto-Einkommen einstellen. Wenn in deinem Haushalt mehrere Verdiener leben, teile
einfach das Gesamteinkommen durch die Anzahl der Verdiener. Auch alle folgenden Geldbeträge, die du in diesem Programm einstellen kannst, sind immer als Pro-Kopf-Werte zu verstehen.

Konsum oder Freiheit?

Den größten Teil unseres Einkommens geben wir für Waren und Dienstleistungen aus, die unsere Bedürfnisse befriedigen sollen. Die landläufige Meinung hierzu ist, dass das Leben grundsätzlich teuer ist und man fast nichts sparen kann. Fakt ist aber: Das Geld gibt sich nicht von alleine aus, sondern wir haben meistens selbst in der Hand, was wir davon kaufen. Leider setzen wir unsere finanziellen Mittel oft sehr ineffizient ein. Wir geben viel Geld für Dinge aus, die uns keine langfristige Zufriedenheit bringen oder
könnten die gleiche Lebensqualität mit deutlich weniger Ausgaben erreichen. Als Frugalist weißt du, wie du dein Geld effizienter einsetzt und kannst so leicht die Hälfte deines Einkommens (oder sogar noch mehr) sparen. Das gesparte Geld investiert du in das, was dir wirklich etwas bringt: Deine zukünftige Freiheit.
Hättest du es gedacht? Wenn du stets die Hälfte deines Einkommens sparst, musst gerade einmal 18 Jahre arbeiten, bis du jobfrei bist.

Investieren & Passives Einkommen

Als Frugalist investierst du dein Geld langfristig und un-kompliziert, vor allem in Aktien-Indexfonds und Anleihen. Auch Immobilienfonds oder Rohstoff-Futures sind bei Frugalisten beliebte Investments. Langfristig investiert kannst du bei dieser Geldanlage mit durchschnittlichen Renditen von etwa 4 % im Jahr rechnen – nach Steuern und Inflation. Dein wachsendes Vermögen erzeugt mit der Zeit so mehr und mehr passives Einkommen – ein "Gehalt" also, für das du nicht mehr arbeiten gehen musst. Sobald dein
passives Einkommen deine Ausgaben deckt, benötigst du deinen Arbeitslohn nicht mehr zum Leben – du bist jobfrei. Der Trick dabei: Je geringer deine Ausgaben sind, desto mehr kannst du monatlich investieren und desto weniger musst du insgesamt ansparen. Hast du zur Zeit bereits Geld angespart? Mit dem Regler kannst du dein gegenwärtiges Vermögen einstellen. Auch hier gilt wieder: Wenn in deinem Haushalt mehrere Verdiener leben, teile das Gesamtvermögen durch die Zahl der Verdiener.

Wohnen & Energie

Für Unterkunft, Heizung, Strom und Wasser geben wir im Schnitt 27% unseres Einkommens aus. Oft wohnen wir in riesigen Wohnungen mit vielen Zimmern (die wir auch noch alle beheizen), in Gegenden mit hohen Mietpreisen oder in kreditfinanzierten Eigenheimen, für die wir durch die Zinsen am Ende weit mehr als den Kaufpreis bezahlen. Im Durchschnitt wohnen wir Deutschen auf einer Wohnfläche von 45 m² pro Person, mit steigendem Alter sind es sogar bis zu 75 m². Rechnet man alles zusammen, was ein gut ausgestattetes Zuhause ausmacht (ein großes Bett, ein Schreibtisch, ein Kleiderschrank, ein Ess-
tisch, ein Sofa, eine Küche mit Arbeitsflächen und Elektrogeräten, ein Badezimmer mit Dusche, Toilette und Waschbecken, etwas Regalfläche), kommt man kaum auf mehr als 30 m² Bedarf pro Person und hat sogar noch ausreichend Platz übrig. Unser Wohnraum ist also oft ineffizient genutzt, häufig brauchen wir so viel Platz, um Einrichtung und Gegenstände unterzubringen, die wir gar nicht benötigen. Am Ende haben wir zwar üppig eingerichtete Häuser und Wohnungen, haben aber gar nichts davon, da wir den ganzen Tag arbeiten gehen müssen, um unsere Unterkunft bezahlen zu können.
Als Frugalist weiß du genau, wieviel Wohnfläche ausreichend für dich ist und gibst dein Geld auch nur für genau so viel Wohnraum aus. Mit etwas Kreativät kannst du sogar noch mehr aus dem verfügbaren Platz herausholen, z.B. in dem du Regale unter die Decke hängst. Der Synergie-Effekt durch den kleineren Wohnraum: Du hast gleichzeitig auch weniger Heizkosten. Energiekosten kannst du auch
durch clevere technische Maßnahmen reduzieren: LED-Beleuchtung, wassersparende Duschköpfe, Wärmedäm-mung oder eine Solaranlage können lohnende Inves-titionen sein – rechne es für deine Situation nach.
Außerdem bist du immer gut geografisch informiert, vergleichst Preise und ziehst in eine möglichst günstige Wohngegend.
Als Frugalist denkst du um die Ecke und ziehst auch andere Wohnformen als Einfamilienhäuser und Wohnungen in Betracht. Du bist sozial verträglich und gerne unter Leuten? In einer Wohngemeinschaft ist immer jemand zuhause und man kann die gemeinsame Einrichtung (Küche, Bad oder Waschmaschine) mit mehreren Leuten effizienter nutzen.
Du bist gerne in der Natur oder reist viel? Vielleicht ist ein Wohnmobil oder ein Hausboot die perfekte Unterkunft für dich. Alternative Wohnformen kosten nur ein Bruchteil von ganzen Häusern oder Wohnungen und können sogar das spannendere Wohnerlebnis sein.

Auto & Transport

Mit durchschnittlich 300 € ist das Auto die zweitgrößte Ausgabe in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt. Dabei bereiten uns Autos viel Stress: Man steht im Stau, sucht Parkplätze und vergeudet seine Lebenszeit, da man beim Fahren nur sitzt und die Zeit nicht sinnvoller nutzen kann. Autos sind gewaltige Geldschlucker und kaum etwas macht dich schneller zum Frugalisten, als hier die Ausgaben so weit wie möglich zu reduzieren. Autos sind teuer in der Anschaffung, haben einen schnellen Wertver-
lust und hohe laufende Kosten durch Versicherungen, Inspektionen, Steuern und Reparaturen.
Viele von uns gehen sogar so weit und fahren täglich mit dem Auto zur Arbeit. Wenn du jeden Tag lang insgesamt eine Stunde lang 40 km zur Arbeit und zurück fährst, hast du nach zehn Jahren 35.000 € und drei komplette Monate deines Lebens ins Autofahren gesteckt.
Kannst du dein Geld und deine Lebenszeit effizienter einsetzen?
Als Frugalist ist dein oberstes Gebot, so nah wie möglich an deine Arbeitsstelle zu ziehen, so dass du diese zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kannst (oder du trainierst, so weit fahren zu können). Ist dein Job immer noch zu weit weg, kannst du zum Beispiel mit einem E-Fahrrad deine Reichweite erhöhen. Wir tendieren oft dazu, unser Leben so komfortabel wie möglich zu gestalten und fahren deswegen selbst kleine Strecken mit dem Auto. Aber wäre das Leben nicht langweilig und grau, wenn alles ohne Anstrengung zu erreichen wäre? Als Frugalist brichst du ständig aus deiner Komfortzone aus und suchst absichtlich die Heraus-forderung. Darum verlässt du dich lieber auf deine Muskel-
kraft statt auf Motorleistung und fährst mit dem Rad. Du bist so viel an der frischen Luft, bleibst körperlich fit und beugst Krankheit vor, was deine langfristige Zufriedenheit steigert. Außerdem sparst du nebenbei viel Geld. Ein gutes Fahrrad kostet gerade einmal wenige Hundert Euro in der Anschaffung, 2 bis 3 Euro im Monat an Unterhalt und hält 20 Jahre ohne teure Reparaturen.
Für Autofahrten (die du jetzt nur noch unternimmst, wenn es wirklich nötig ist) kaufst du ein gebrauchtes Fahrzeug, das günstig in der Anschaffung und im Unterhalt ist.
Sogar ganz ohne Auto kann man in Deutschland gut auskommen, reduziert seine Kosten damit auf ein Minimum und lebt stressfreier, da man sich nicht mit Autoreparaturen, TÜV oder Parkplatzsuche herumschlagen muss. Für Trips in der unmittelbaren Umgebung nutzt du das Fahrrad oder gehst zu Fuß. Um Einkäufe oder Kinder zu transportieren, hängst du einfach einen Anhänger an dein Fahrrad. Auch Busse und Bahnen können eine gute Transportmöglichkeit sein. Der Vorteil hier: Da man nicht
selbst fahren muss, kann man die Fahrzeit nutzen, zum Beispiel um sich mit einem Buch fortzubilden oder sich einfach kurz auszuruhen. Für Fernfahrten kannst du die Bahn (wenn du ein Klapprad hast, kannst du das sogar kostenlos mitnehmen), die günstigen Fernbusse oder Mitfahrzentralen wie BlaBlaCar nutzen. In den seltenen Fällen, in denen du doch mal ein Auto benötigst, kannst du dieses einfach bei einer Autovermietung leihen oder du fragst Freunde oder Nachbarn um Hilfe.

Möbel, Kleidung & Gebrauchsgüter

Vor rund 200 Jahren besaß jeder Deutsche im Durchschnitt etwa hundert Dinge. Heute sind es 10.000, also hundertmal so viele. Ist unser Leben deshalb auch hundertmal besser und wir hundertmal glücklicher? Das vierunddreißigste Paar Schuhe, ein neuer 60-Zoll- statt dem älteren 42-Zoll-Fernseher oder die Shopping-Tour bei IKEA, bei der man mehr mitnimmt, als man eigentlich wollte: Dadurch platzen unsere Wohnungen und Schränke von Dingen, die nichts zu unserer langfristigen Zufriedenheit beitragen und die wir oftmals jahrelang oder überhaupt nicht benutzen. Damit vergeuden wir nicht nur unsere Wohnfläche, son-
dern auch unsere Freiheit. Wir stecken in der "hedo-nistischen Tretmühle" – nachdem wir uns eine neue Einbauküche oder das neue iPhone gekauft haben, sind wir für eine kurze Zeit glücklich darüber. Nach wenigen Wochen aber haben wir uns daran gewöhnt und unsere Zufriedenheit ist wieder genauso hoch oder niedrig wie vor dem Kauf, während das Geld ausgegeben ist und nicht mehr in unsere zukünftige Freiheit investiert werden kann, die uns langfristig weit mehr genützt hätte als der gekaufte Konsumgegenstand.
Als Frugalist bist du dir der hedonistischen Tretmühle bewusst und überlegst dir gut, wofür du dein Geld ausgibst. Hilfreich ist es beispielsweise, jeden Wunsch auf eine Liste zu schreiben und zunächst 30 Tage zu warten. Meistens stellst du innerhalb dieser Zeit fest, dass du auch ohne diesen Gegenstand auskommst oder bereits eine andere Lösung gefunden hast. Verkaufe außerdem Dinge, die du nicht mehr brauchst. Wenn du denkst, du könntest etwas vielleicht später doch noch einmal gebrauchen, verkaufe es trotzdem. Sollte deine Befürchtung eintreten, kannst du den Gegenstand einfach wieder kaufen, in den meisten Fällen wird das aber nicht nötig sein und du kannst das Geld stattdessen in deine Freiheit investieren. Der Synergie-Effekt: Mit weniger Besitz benötigst du wiederum weniger Wohnfläche zur Unterbringung, weniger Elektrogeräte spa-
ren zusätzlich Stromkosten. Außerdem musst du Dinge, die du nicht besitzt, nicht reparieren, nicht entstauben oder mit ihnen umziehen und hast so mehr Zeit für das, was dir mehr langfristige Zufriedenheit bringt: deine Freunde und Familie, neue Dinge zu lernen oder etwas für deine Fitness und Gesundheit zu tun.
Wenn du etwas kaufst, kaufe wenn möglich Gebraucht-gegenstände. Da die meisten anderen Neuware bevorzugen, gibt es Top-Gebrauchtware fast immer deutlich günstiger, zum Beispiel auf eBay, eBay Kleinanzeigen, Flohmärkten, schwarzen Brettern oder sogar kostenlos bei Haushaltsauf-lösungen. Kaufe vor allem zeitlose und langlebige Qualitätsware. Eine gute Jacke oder ein hochwertiges Möbelstück können bei richtiger Pflege durchaus 20 Jahre oder länger halten.
Während die meisten Deutschen ihre Probleme von anderen lösen lassen, das heißt durch den Kauf von Produkten und Dienstleistungen, machst du als Frugalist möglichst viel selbst. Damit schaffst du Erfolgserlebnisse, steigerst deine Selbstwirksamkeit und damit deine langfristige Zufriedenheit. So tapezierst du zum Beispiel deine Wohnung selbst, flickst kaputte Kleidung, lötest defekte Kabel, reparierst deinen Computer oder sogar dein Auto (falls du eines hast) oder deine Waschmaschine. Auf diese Weise sparst du nicht nur Geld, das du in deine Freiheit investieren kannst, sondern lernst noch eine Menge neuer Fähigkeiten und Know-How dazu. Lebens-
langes Lernen, das ist wissenschaftlich erwiesen, ist ein wichtiger Faktor für langfristige Zufriedenheit. Der Synergie-Effekt: Mit deinen Fähigkeiten kannst du auch Freunden und Bekannten helfen, erhältst dafür im Gegenzug Dankbarkeit (auch das steigert die Zufrie-denheit) oder kannst etwas Geld hinzuverdienen.
Nutze und fördere außerdem deine sozialen Kontake: Leihe dir selten benötigte Dinge wie Bohrmaschine, Energiekos-tenmessgerät oder Raclette-Set aus, statt sie selbst zu kaufen oder bilde Nutzungsgemeinschaften, indem du zum Beispiel einen Rasenmäher mit mehreren Nachbarn teilst.

Essen & Trinken

Mit durchschnittlich etwa 200 € pro Person und Monat sind Essen und Trinken unsere drittgrößte Ausgabe. Einen großen Teil machen dabei industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel aus. Die erkennst du daran, dass sie in bunten Verpackungen stecken, sie stark beworben werden und deine Urgroßmutter sie nicht als etwas zu Essen erkennen würde. Diese Lebensmittel sind nicht nur ungesund (da sie viel Zucker und Salz und kaum wertvolle Zutaten enthalten), sondern meistens auch stark überteuert.
Zusätzlich gehen wir aus Bequemlichkeit oder mangelnden Kochküsten häufig außer Haus essen, sowohl in teuren Restaurants als auch im China-Imbiss um die Ecke, oder bestellen Pizza zu uns nach Hause. Zwar kochen wir auch selbst, dann aber oft mit viel Fleisch und vielen exotischen Zutaten, die von allen Teilen der Welt zu uns transportiert werden müssen. Fakt ist: Eine gesündere, besser schmeck-ende und gleichzeitig deutlich günstigere Ernährung ist möglich.
Als Frugalist lernst du qualitativ hochwertig zu kochen und legst dir ein Repertoire von guten Rezepten an. So weißt du, welche Zutaten drin sind, isst gesünder und lernst zudem ständig neues dazu (was ebenfalls deine langfristige Zufriedenheit steigert). Eine große Auswahl von Zutaten findest du dafür günstig in Discount-Supermärkten. Der Synergie-Effekt: Wenn deine Freunde oder Kollegen teuer essen gehen wollen, schlage doch stattdessen ein gemeinsames Kochen und Essen vor und demonstriere deine Kochkünste. Das ist billiger, macht richtig Spaß und verbessert deine sozialen Kontakte. Außerdem kannst du dein selbst gekochtes Essen auch zur Arbeit mitnehmen, hast dort immer dein Lieblingsgericht dabei und sparst das Geld für die Kantine oder den Lieferservice. Restaurantbe-
suche oder außer Haus zu essen sind dann wieder etwas Besonderes, das du nur gelegentlich oder zu besonderen Anlässen machst. Lerne auch leckere vegetarische Gerichte zu kochen und reduziere deinen Fleischkonsum. Du musst natürlich nicht gleich Vegetarier werden, aber weniger Fleischgenuss trägt zu einer gesünderen Ernährung bei und ist gleichzeitig günstiger. Deinen Flüssigkeitsbedarf deckst du statt mit Softdrinks oder Kaffee lieber mit Leitungswasser. Das hat in Deutschland eine hervorragende Qualität, kommt einfach aus der Wand und kostet fast nichts. Wenn du einen Garten oder Balkon hast, kannst du dort auch selbst Kräuter oder sogar Obst und Gemüse anbauen.
Als Frugalist bist du clever, analysierst und rechnest nach. Wie gut sind deine Mahlzeiten in Hinblick auf Nährwert, Geschmackserlebnis, Herstellungsaufwand und Preis? Lerne viele günstige und gesunde Zutaten kennen und wie man diese zu guten Mahlzeiten kombinieren kann. Die besten Zutaten sind oft sogar die billigsten, wie beispielsweise Bohnen, Linsen, Zwiebeln, Haferflocken, Kartoffeln, Karotten, Äpfel Nüsse und die meisten regionale und saisonale Produkte. Baue deine Ernährung auf diesen Grundzutaten auf und setze die exotischen Zutaten spar-
samer ein. So musst du auf nichts verzichten, ernährst dich gesund und deine Mahlzeiten kosten selten mehr als 1€ pro Portion. Bei drei Mahlzeiten am Tag bezahlst du also nicht mehr als 90€ im Monat. Lerne auch internationale Küchen kennen. Indische Gerichte schmecken zum Beispiel wahnsinnig gut und bestehen fast nur aus extrem billigen Zutaten. Als Frugalist kaufst du außerdem schlau ein: Du wählst günstigere Großpackungen und wenn es etwas gerade im Angebot gibt, kaufe so viel wie du lagern oder innerhalb der Halt-barkeit verbrauchen kannst.

Freizeit & Unterhaltung

Für Freizeitaktivitäten und Unterhaltung geben wir Deutschen im Schnitt etwa 150 € pro Person und Monat aus. Das ist verwunderlich, wenn man bedenkt, dass wir den größten Teil des Tages auf der Arbeit verbringen und unsere häufigste Freizeitbeschäftigung ansonsten das Fern-sehen ist. Drei Stunden täglich schauen wir im Durchschnitt
fern, das sind nach 10 Jahren ein volles Jahr und 3 Monate, die wir vor der Röhre verbracht haben. Was hätten wir in dieser Zeit alles lernen oder entdecken können?
Die finanziellen Freizeitausgaben kommen vor allem durch Pauschalreise sowie Besuche von Kinos, Konzerten oder Freizeitparks zustande.
Als Frugalist bevorzugst du sinnvolle Freizeitbeschäf-tigungen gegenüber passiver Berieselung. Deshalb wirfst du deinen Fernseher raus und hast so eine Menge Zeit über, in der du zum Beispiel Sport machen, ein Instrument spielen oder dich um deinen Garten kümmern kannst, lernen kannst, wie man etwas selbst reparierst, Bücher über Geldanlage liest oder nicht mehr gebrauchte Gegenstände bei eBay verkaufst. Wenn du gerade Erholung suchst, dann mache lieber einen Spaziergang, hör ein Hörbuch oder schlafe einfach kurz. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass für langfristige Zufriedenheit vor allem zwei Dinge wichtig sind: Raus zu kommen und soziale Kontakte zu fördern. Entdecke darum die Natur als Freizeitbeschäftigung, denn die kostet keinen Eintritt und bietet endlos viele Möglichkeiten: Mit Freunden picknicken oder mit den Kin-
dern im Wald eine Schatzsuche veranstalten, ein Floß bauen oder eine Wanderung oder Fahrradtour unter-nehmen, Beeren sammeln, Baden im See, Lagerfeuer machen, Inliner oder Schlitten fahren, es gibt für jede Jahreszeit etwas. Um Urlaub zu machen, brauchst du nicht erst um die halbe Welt zu fliegen. Urlaub heißt, Erholung an einem anderen Ort als deinem eigenen Zuhause zu suchen. Das geht nicht nur in der Karibik oder Indonesien, sondern schon ein paar Kilometer weiter, mindestens aber innerhalb Europas. Suche dir eine günstige Unterkunft, wie zum Beispielsweise auf einem Campingplatz, bei Freunden, die auch gerade im Urlaub sind, oder über AirBnB. Versorge dich selbst und stelle dein eigenes Freizeit-programm in der Natur auf, statt auf Buffet-Restaurants und Animateure angewiesen zu sein.
Müssen Hobbies eigentlich immer nur Geld kosten? Wenn du deine Freizeit aktiv gestaltest, lernst du mit Sicherheit eine Menge nützlicher Fähigkeiten, mit denen du an anderer Stelle Geld einsparen kannst, wie zum Beispiel Seife, Möbel oder Kleidung herzustellen, Obst und Gemüse im Garten anzubauen oder Weihnachts- und Geburtstags-geschenke selbst zu basteln. Es könnte sogar passieren, dass
andere Menschen für deine Leistungen bezahlen wollen, zum Beispiel wenn du eine App programmierst und zum Verkauf anbietest, defekte Elektrogeräte oder Fahrräder wieder flott machst, Stofftiere häkelst und über das Internet anbietest, ein Buch schreibst oder eine Website oder einen Blog erstellst, mit denen du Werbeinnahmen erzielst.

Individuelle & Versteckte Kosten

Neben den Ausgaben, die fast alle Deutschen gleichermaßen betreffen, gibt es natürlich auch viele, die von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sind. Das kann der Musikunterricht für die Kinder sein, eine besondere Sammelleidenschaft oder Kosten für dringend benötigte Medikamente. Auch geben wir manchmal fast unbemerkt vermeintlich kleine Geldbeträge aus, die sich
mit der Zeit aber zu größeren Summen addieren: Der tägliche Kaffee am Automaten im Büro, die Kleinigkeit, die im Supermarkt jedes Mal noch in den Einkaufswagen geworfen wird, eine unnötige Versicherung, ein vergessener Handyvertrag oder eine abonnierte Zeitschrift, die zu lesen uns sowieso fast immer die Zeit fehlt.
Als Frugalist hast du immer einen genauen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Deswegen ist dein erster Schritt zur Jobfreiheit, ein Haushaltsbuch zu führen. In diesem schreibst du alle deine Einnahmen und Ausgaben auf und erstellst eine monatliche Bilanz. So erkennst du schnell, an welchen Stellen du für eigentlich Unwichtiges
viel Geld ausgibst, bekommst ein besseres Gefühl dafür, welche Ausgaben sinnvoll sind und welche nicht und kannst deinen Fortschritt auf dem Weg zur Jobfreiheit verfolgen. Ob du dein Haushaltsbuch mit Stift und Papier, Excel oder einer Smartphone-App führst, ist dabei egal.
Als Frugalist weißt du, was deine Zeit wert ist, berechnest deinen realen Stundenlohn (inklusive Anfahrtszeit, Kosten für Arbeitskleidung und der Erholungszeit nach Feier-abend). Du fragst dich für jede Ausgabe, ob sie dir deine kostbare Lebenszeit wert ist. Soll es das neue iPhone für einhundert Stunden Arbeit sein oder lieber ein älteres Gebrauchtgerät für lediglich fünf Stunden? Außerdem ken-nst du die 752- und die 144-Regel. Das sind Faustregeln, die dir abzuschätzen helfen, wieviel dich eine regelmäßige wöchentliche oder monatliche Ausgabe langfristig kostet.
Wenn du dir jede Woche für 10€ einen Kaffee und ein Schinkenbaguette in der Kantine kaufst, hast du nach zehn Jahren das 752-fache (also 7520€) weniger im Porte-monnaie als wenn du das Geld stattdessen gespart und investiert hättest. Monatliche Ausgaben, beispielsweise ein Handyvertrag für 30€, kosten dich innerhalb von 10 Jahren das 144-fache (in diesem Beispiel also 4320€). Das sind natürlich nur Faustregeln, die genauen Werte hängen von deiner Geldanlage ab und können höher oder auch niedriger sein.